Die EU-Mission ‚Restore our Ocean and Waters‘ hielt am 4. März 2025 im Charlemagne-Gebäude in Brüssel ihr drittes jährliches Treffen ab. Die Eröffnung wurde von den „üblichen Verdächtigen“ geleitet, darunter Pascal Lamy, dem Vorsitzenden des Ausschusses der Mission, vor den EU-Kommissaren Costas Kadis, zuständig für Fischerei und Ozeane, und Ekaterina Zaharieva, zuständig für Start-ups, Forschung und Innovation.

Von links nach rechts: MdEP Christophe Clergeau, Botschafter Olivier Poivre d’Arvor, die EU-Kommissarin für Start-ups, Forschung und Innovation Ekaterina Zaharieva, der Vorsitzende des Missionsausschusses Pascal Lamy, ein Vertreter des EU-Kommissars für Fischerei und Ozeane Costas Kadis und die Direktorin des Jacques Delors Instituts Sylvie Matelly.

Nach den beiden EU-Kommissaren erinnerte der französische Botschafter bei der UNO-Ozeankonferenz (UNOC3) in Nizza (9.-13. Juni 2025), Olivier Poivre d’Arvor, daran, dass Europa mit seinen überseeischen Gebieten die weltweit größte Sonderwirtschaftszone (AWZ) und eine große Verantwortung für den Ozean hat. Er wies insbesondere auf die Herausforderung hin, die Erforschung des Ozeans zu intensivieren. Er betonte, dass alle EU-Mitgliedstaaten nun dringend den Vertrag über die Hohe See (BBNJ) ratifizieren müssen. Nur so könne auf der UNOC3 eine ausreichende Zahl von Ratifizierungen bekannt gegeben, der Vertrag über die Hohe See (BBNJ) also in Kraft treten und ein besonderer Platz für diese Errungenschaft auf der Konferenz gerechtfertigt werden.

Der Europaabgeordnete Christophe Clergeau, Vertreter der interfraktionellen Arbeitsgruppe „Meere, Flüsse, Inseln und Küstengebiete“ des Europäischen Parlaments, sprach sich nachdrücklich für die Umsetzung der zahlreichen guten europäischen Umweltrichtlinien und der Bestimmungen der Gemeinsamen Fischereipolitik aus. Er betonte, dass dies entscheidend sei, um die Vorteile eines guten Zustandes der Umwelt und das Verbot der Überfischung zu nutzen. Alles andere würde die Glaubwürdigkeit bei den Bürgern untergraben.

Pascal Lamy fasste seine wichtigsten Anliegen zusammen: Wir brauchen Hoffnung, Zuversicht und Stolz auf unsere Bemühungen, den Ozean zu heilen und zu schützen. Er bedankte sich bei den vielen Projektteilnehmern und den Mitarbeitern der zahlreichen Organisationen und Institutionen, die die Mission Starfish in eine beeindruckende Reihe von Aktivitäten umgesetzt haben. Er möchte, dass jeder den Ozean als ein planetarisches System versteht und plädiert für einen europäischen Ozeanpakt, der derzeit als wichtiger Beitrag zur UNOC3 und weit darüber hinaus entwickelt wird.

Auf dem Weg zum Ozeanpakt zählte Kestutis Sadauskas, Missionsmanager in der Generaldirektion MARE der Kommission, viele der „Eisen, die bereits im Feuer sind“ auf, darunter:

  • vier Arbeitsprogramme veröffentlicht und bereits finanzierte Projekte gestartet. Um etwas zu bewegen, jedes mit einem besonderen thematischen Schwerpunkt, das bevorstehende fünfte wird sich auf die Verschmutzung konzentrieren;
  • 52 Regionen in ganz Europa haben sich beworben und wurden ausgewählt, um an den Maßnahmen der Mission beteiligt zu werden;
  • Es wurden mehr als 1000 Zusagen für die Umsetzung der Charta der Mission gemacht und damit rund sieben Milliarden Euro mobilisiert;
  • Die Nachahmung erfolgreicher Projekte wird gefördert, und die Ausrichtung der nächsten Generation von EU-Finanzierungsinstrumenten wird derzeit zusammen mit einem Fonds für Wiederherstellung und Widerstandsfähigkeit diskutiert;
  • Die Boden- und die Starfish-Mission entwickeln derzeit gemeinsame Aktivitäten.

Einige der erfolgreichen Projekte der Starfish Mission in europäischen Meeren und Wasserstraßen

In den stark besuchten Veranstaltungen wurden jeweils Beispiele für einzelne Projekte aus ganz Europa vorgestellt, die als Vorbilder für echte Veränderungen dienen sollen. Sie wurden unter Titeln wie „Schutz und Wiederherstellung von Meeres- und Süßwasserökosystemen“, „Vermeidung und Beseitigung von Umweltverschmutzung“, „Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft in der blauen Wirtschaft“, „Europäischer digitaler Zwilling des Ozeans“, „Öffentliches Engagement für die Wiederherstellung von Meeren und Gewässern“ und „Finanzierung der Einführung und des Upscaling für die Wiederherstellung von Meeren und Gewässern – Synergien mit öffentlichen und privaten Mitteln“ zusammengefasst.

Viele Redner wiesen darauf hin, wie wichtig es ist, die Bürgerinnen und Bürger des gesamten Kontinents auf breiter Front einzubeziehen, doch dieser grundlegende Aspekt wird noch immer zu wenig beachtet. Afşin Çetinkaya vom SHORE-Projekt in der Türkei präsentierte mehr als 100 Schulprojekte, etwa 50 Partnerschulen, von denen viele dem Netzwerk der Europäischen Blauen Schulen angehören. Außerdem gibt es bisher in der Bilanz mehr als 3000 Nutzer auf der digitalen Plattform des Projekts, und mehr als ein Dutzend Veranstaltungen, um Breitenwirkung zu erzielen.

Eine der Podiumsdiskussionen

Das ist ein sehr wertvoller Beitrag zu mehr Kompetenz im Umgang mit dem Ozean und zum Engagement für den Meeresschutz.

Da jedoch in den Lehrplänen der meisten europäischen Länder das Thema Ozean nicht vorkommt und nur projektbasierte Initiativen durchgeführt werden, war das Missverhältnis zwischen dem Ausmaß der Herausforderung und dem oft heldenhaften Engagement der einzelnen Projektteilnehmer nur allzu deutlich.

Rollenspiel auf der YouMaRes-Konferenz in Hamburg im Jahr 2024

Deshalb nutzte Mundus maris-Teilnehmerin Cornelia Nauen in den Pausen jede Gelegenheit zum Netzwerken. Sie machte auf das Rollenspiel „Protecting Blue Horizons“ aufmerksam, das auf niederschwellige Weise das Interesse junger Erwachsener am Meer wecken soll. Das Material des Rollenspiels kann jeder interessierten Schule, Universität oder Organisation kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Bitte wenden Sie sich dazu an info(at)mundusmaris.org.

In dem derzeitigen Klima der Krise, der Unsicherheit und der Spannungen ist es von großer Bedeutung, viel mehr Menschen für die Zusammenarbeit auf allen Ebenen für einen gesunden Ozean, gesunde Flüsse und lebendige Küstengemeinden ins Boot zu holen.

Die Tagesordnung der Konferenz mit weiteren Informationen finden Sie hier.

Man kann immer für mehr und bessere Anstrengungen plädieren, aber zweifellos werden durch die kombinierten Bemühungen der Mission viele interessante Ergebnisse erzielt. Je mehr die einzelnen Aktivitäten mit den Lebensbedingungen der Bürgerinnen und Bürger verknüpft werden, desto mehr werden die daraus gezogenen Lehren zur Anpassung und Erweiterung oder der Verbreitung auf andere Orte und Regionen in Europa inspirieren.

Deutsche Übersetzung von Claudia Mense.